Merken Der Winter in meiner kleinen Küche in Lyon war grau und kalt, bis ich zum ersten Mal Blutorangen vom Markt mitbrachte. Ihre tiefrote Farbe war wie ein kleiner Sonnenaufgang auf dem Arbeitsblad. Ich wusste sofort, dass diese besonderen Zitrusfrüchte in etwas außergewöhnlichem verwandelt werden mussten. Diese Tartelettes sind das Ergebnis dieses glücklichen Zufalls geworden.
Bei meinem ersten Dinner-Service im kleinen Bistro war ich nervös, als die Tartelettes in den Ofen gingen. Der Duft von frisch gebackenem Mürbeteig erfüllte die Küche, und ich weiß noch, wie der Chefkoch immer wieder nachsah, ob die Teigböden gleichmäßig golden würden. Als wir die erste Vanillecreme auf die Temperatur testeten, war sie perfekt. An diesem Abend haben wir über vierzig dieser kleinen Kunstwerke verkauft.
Zutaten
- 160 g Mehl: Ein feines, nicht zu starkes Mehl sorgt für einen zarten, mürben Teig, der beim Kuscheln schön knistert
- 30 g Puderzucker: Dieser Zucker löst sich schneller auf als Kristallzucker und gibt dem Teiboden eine subtile Süße
- 115 g kalte Butter: Die Butter muss wirklich kalt sein, damit der Teiboden später schön blasig wird
- 1 Eigelb: Das Eigelb bindet den Teig und gibt ihm eine schöne goldene Farbe
- 1 bis 2 EL eiskaltes Wasser: Nur so viel wie nötig, damit der Teig gerade zusammenhält
- Prise Salz: Salz hebt den Geschmack aller anderen Zutaten hervor
- 300 ml Vollmilch: Eine cremige Milch ist das Fundament einer perfekten Creme
- 65 g Zucker: Weiucker Kristallzucker karamellisiert in der Creme wunderbar
- 3 Eigelb: Mehr Eigelb bedeutet mehr Bindung und ein samtigeres Mundgefühl
- 15 g Speisestärke: Maisstärke verdickt die Creme, ohne ihr einen mehligen Geschmack zu geben
- 1 TL Vanilleextrakt: Echte Vanille macht den Unterschied zwischen gut und außergewöhnlich
- 1 EL Butter: Ein kleines Stück Butter am Ende verleiht der Creme Glanz und Geschmeidigkeit
- 3 bis 4 Blutorangen: Suche nach Früchten mit einer tiefroten, fast marmorierten Schale
- 1 EL Honig: Ein optionaler Glasur-Honig bringt die Zitrusnoten zum Strahlen
Anweisungen
- Den Mürbeteig vorbereiten:
- Gib Mehl, Puderzucker und Salz in die Küchenmaschine und pulse kurz, um alles zu verbinden. Füge die kalte, gewürfelte Butter hinzu und pulse, bis die Mischung grob krümelig ist. Das Ziel ist eine Textur wie nasser Sand mit kleinen Butterstücken.
- Den Teig formen:
- Gib das Eigelb hinzu und pulse, dann gib nach und nach einen Esslöffel eiskaltes Wasser dazu, bis der Teig gerade zusammenhält. Forme den Teig zu einer Scheibe, wickle ihn in Folie und kühle ihn mindestens eine Stunde.
- Den Teiboden formen:
- Rolle den gekühlten Teiboden auf einer leicht bemehlten Fläche etwa drei Millimeter dünn aus. Schneide Kreise aus, die in sechs 10 cm Tartlet-Formen passen, drücke den Teiboden vorsichtig hinein und kühle 20 Minuten.
- Den Teiboden backen:
- Heize den Ofen auf 175 Grad Celsius vor. Lege die Tartlet-Böden mit Backpapier aus, fülle sie mit Keramik- oder Bohnengewichten und backe 15 Minuten. Entferne die Gewichte und das Papier, backe weitere 5 Minuten bis goldbraun, und lass vollständig abkühlen.
- Die Vanillecreme kochen:
- Erwärme die Milch in einem mittleren Topf, bis sie dampft, aber nicht kocht. Schlage Eigelb, Zucker und Maisstärke in einer Schüssel schaumig und hell. Schlage allmählich die heiße Milch in die Eimischung ein, gib alles zurück in den Topf und koche unter Rühren, bis sie andickt und blubbert.
- Die Creme abkühlen lassen:
- Nimm die Creme vom Herd, rühre Vanille und Butter ein und gib sie in eine Schüssel. Lege Frischhaltefolie direkt auf die Cremoberfläche, um eine Hautbildung zu verhindern. Lass sie auf Zimmertemperatur abkühlen, dann kühle mindestens eine Stunde.
- Die Tartelettes zusammenstellen:
- Fülle die gekühlte Creme in die abgekühlten Tartlet-Böden. Schneide die Blutorangen in dünne, elegante Scheiben und lege sie überlappend auf die Creme.
- Optional glasieren:
- Erwärme Honig mit einem Teelöffel Wasser in einem kleinen Topf und pinsle die Mischung vorsichtig über die Orangenscheiben für einen glänzenden Abschluss. Kühle die Tartelettes, bis sie serviert werden.
Merken Nachdem ich diese Tartelettes meiner Mutter serviert hatte, rief sie drei Tage später an und bat um das Rezept. Sie sagte, sie habe noch nie so ein Dessert probiert, das gleichzeitig so elegant und so einfach war. Jetzt backt sie sie für jedes Familienfest.
Die Wissenschaft vom perfekten Mürbeteig
Das Geheimnis eines perfekten Mürbeteigs liegt in der Temperatur und im Timing. Kalte Butter erzeugt beim Backen kleine Dampftaschen, die den Teig schön blasig und knusprig machen. Wenn der Teiboden zu lange geknetet wird, entwickelt sich Gluten, was den Teig zäh und hart macht, statt schön mürbe. Man will den Teiboden gerade so weit zusammenbringen, dass er formbar ist, nicht länger.
Creme-Perfektion meistern
Vanillecreme ist eine Balance aus Wissenschaft und Kunst. Das Kochen der Creme bei mittlerer Hitze unter konstantem Rühren verhindert, dass die Eier gerinnen. Der entscheidende Moment ist, wenn die Creme anfängt zu blubbern – das ist der Punkt, an dem die Stärke vollständig gelatiniert ist. Das Einbringen von Butter am Ende glättet die Textur und verleiht der Creme einen schönen Glanz, der sie professionell aussehen lässt.
Servier- und Präsentations-Tipps
Das Servieren dieser Tartelettes ist fast so wichtig wie das Backen selbst. Lass die Tartelettes etwa 15 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank kommen. Die Creme wird dann etwas weicher und die Aromen entfalten sich besser. Ein leichter Staub aus Puderzucker oder ein Spritzer Zitronenabrieb kurz vor dem Servieren kann den letzten Touch geben. Diese Tartelettes sind wunderbar mit einem leichten Dessertwein oder einem prickelnden Rosé.
- Hacke ein paar Pistazien und streue sie über die Orangen für eine schöne Farbe und Knusprigkeit
- Schlage etwas Sahne leicht auf und gib einen Klecks neben jede Tartelette
- Stelle die Tartelettes auf individualisierte kleinen Desserttellern für einen besonderen Touch
Merken Genieße jeden Bissen dieser kleinen Stücke Winter-Himmel. Sie sind Beweis dafür, dass die einfachsten Zutaten mit ein wenig Liebe und Aufmerksamkeit zu etwas außergewöhnlichem werden können.
Rezept-Fragen und Antworten
- → Kann ich normale Orangen statt Blutorangen verwenden?
Ja, normale Orangen sind ein hervorragender Ersatz, wenn Blutorangen nicht verfügbar sind. Sie können auch Mandarinen oder Clementinen verwenden.
- → Wie lange kann ich die Tarte im Voraus vorbereiten?
Die Tarteböden und die Vanillecreme können bis zu einem Tag im Voraus zubereitet werden. Montieren Sie die Tarte jedoch erst kurz vor dem Servieren für die beste Textur.
- → Muss ich Tortensteine für das Blindbacken verwenden?
Tortensteine oder getrocknete Bohnen verhindern, dass der Teigboden sich während des Backens aufbläht. Sie sind für gleichmäßige, knusprige Tarteböden wichtig.
- → Wie bewahre ich übriggebliebene Tarte auf?
Bewahren Sie die Tarte abgedeckt im Kühlschrank für bis zu 2 Tage auf. Beachten Sie, dass die Böden mit der Zeit etwas weicher werden können.
- → Kann ich die Vanillecreme durch etwas anderes ersetzen?
Sie können Mascarpone-Creme, Zitronencreme oder sogar Schokoladenganache als Alternative verwenden, je nach gewünschtem Geschmacksprofil.
- → Welche Weinbegleitung empfehlen Sie?
Ein prickelnder Rosé oder ein süßer Dessertwein wie Moscato d'Asti harmoniert wunderbar mit den fruchtigen Zitrusnoten dieser Tarte.